1
Feb
2009

Tag 14

war der schönste bisher.

Ich bin ja immer ein Fan davon andere Mentalitäten kennenzulernen, wenn man die Möglcihkeit dazu hat.
Heute hat uns eine Mitarbeiterin hier zu sich nach Hause eingelden. Sie lebt mit Ende 20 noch bei ihren Eltern, ebenso wie hre Schwester mit ihrem Mann und Kind. 3 Generaionen unter einem Dach – man muss sagen einem großen Dach.
Wir haben eine sehr herzliche Gastfreundschaft erlebt und wurden den ganzen Tag über hervorragend versorgt und bemuttert.

Der Vater hat uns umhergefahren und uns allerlei schöne Dinge gezeigt. Unter anderem ein Kloster in dem der Priester jedes Jahr zu Weihnachten eine animierte Krippe aufstellt. Wirft man Geld ein, dann bewegen sich die Engel und das Jesus-Kind. Es st modern und ein wenig kitschig, aber wenn man überlegt mit welchen kleinen Mitteln das gebaut wird, ist das eine enorme Leistung. Jedes Jahr steht diese Krippe unter einem anderen Motto. Letztes Weihnachten lautete es „Wasser“. Es fließt also ein kleiner Fluß hindurch mit einem Wasserfall.
Nach meiner Rückkehr werde ich ein Video einstellen, das ist mir von hier aus leider nicht möglich.

Danach ging der Ausflug zu einem Gutshof mit vielen Gebäuden und einem schlossartigen Haupthaus. Innen wartet ein ****-Hotel mit allerlei Annehmlichkeiten auf Gäste. Es spielt den Nachmittag und Abend über ein Pianist und man speist am Kamin.
Sehr beliebt ist dieses Gutshaus für Hochzeiten und Familienfeiern und ich weiß, dass ich im Sommer definitiv noch einmal dorthin reisen werde – aber nicht alleine.

Für unsere Verhältnisse ist es relativ günstig für das, was man geboten bekommt.
So kostet ein Hauptgericht immer noch weniger als bei einem durchschnittlichen Italiener bei uns. Die Auswahl ist ebenso wie das Essen selbst außergewöhnlich.

Es war schön sich mal zu fühlen, als gehöre man in die Oberschicht. Nicht, dass ich dazugehören möchte, aber einfach mal so tun als ob, ist schon nicht schlecht.

Desweiteren hat Polen sehr viel Natur zu bieten. Endlose Felder, viele Gruppen von Rehen und Wildschweinen auf offener Fläche. Sehr schön, das alles zu sehen.

Über verprasste Gelder spreche ich heute mal nicht in Verbindung mit der Landwirtschaft, das hebe ich mir auf für später ;-)

31
Jan
2009

Tag 12 und 13

der gestrige Tag war ein wenig interessanter als die Tage zuvor.

Der Kreistagsvorsitzende hat uns an seiner Schule (er ist dort Direktor) begrüßt und uns nun schon wieder eine ausgesprochen gut ausgestattete Schule präsentiert. Alle Flure sind rund, es gibt keine Ecken und Kanten und ich glaube die Lehrer wissen oft gar nichts mit dem hochmodernen Equipment anzufangen. Es steht da und wird nicht benutzt. Irgendwie schade.
Die Ehefrau des Direktors ist zugleich die stellvertretende Direktorin der Schule. Ich halte da ja für undenkbar – aber nunja, meine persönliche Meinung.

Wieder wurde von uns erwartet alle möglichen klugen Fragen zu stellen und wenn ich ehrlich bin ist es mir langsam zu doof immer wieder sie gleichen Fragen nur andere Personen zu stellen. Wir wissen nun wie das polnische Schulsystem gegliedert ist und ich frage nicht zum zehnten Mal wie alt die Schüler in dieser Schulform sind. Da bleibe ich mir doch lieber treu und halte die Klappe. Mein Kollege dagegen fragt unermüdlich immer das gleiche und alle sind hellauf begeistert. Sorry, aber ich ziehe weder Schleimfäden hinter mir her, noch stelle ich mich als jemanden dar, der ich nicht bin.

Und trotzdem habe ich das gleiche Dankesschreiben des Landrates bekommen, wie Kollege „ich frage gern“.
Man dankte uns für die gute Zusammenarbeit und überreichte uns ein Zertifikat und eine Urkunde. Hier bekommt man ja für jeden Pups eine Urkunde.
Aber gut, schadet nicht.

Ab Montag sind wir dann in der Umweltabteilung und ich bin dran mit Fragenstellen. Wobei ich jetzt schon weiß, dass Kollege G. wieder doppelt so viel erfragt und nur den halben Inhalt erntet aber den besseren Eindruck hinterlässt, weil der Kerl ja so interessiert ist.

Die Straßenbahn ist hier auch so ein Thema über das ich Bände schreiben könnte.
Man hat niegelnagelneue Straßenbahnen von einer Firma namens Sie*mens und die fahren hier mit alten Bahnen aus den 50ern auf den selben Gleisen. Ist ja nicht weiter tragisch, denn die Spurbreite ist identisch. ABER hier ist mal wieder etwas was ich nicht verstehe. Die Bahnen kommen alle 5 min, alte und neue alles durcheinander, weilweise bedienen 2 Linien gleiche Strecken. Die Gleise sind ungeschliffen und haben keine ausreichende Rillentiefe, sodass die Bahnen auf den Kanten fahren. Ungünstig und mit der Zeit auch abnutzungsintensiv. Statt, dass man die Frequenz der Fahrten erniedrigt und dafür das Geld in die Schienen investiert. Das ist wieder so ein umherwerfen von Geldern, das zu nichts führt.
Und nun darf geraten werden woher die Bahnen finanziert werden?

Behinderte und Senioren haben keine Chance in die Bahn einzusteigen, denn der Einstieg ist so hoch, dass ich mich kräftig von der Straße abstoßen muss um hineinzukommen. Den Mantel muss ich anheben, sonst ist der Schritt zu weit. Wers nicht schafft hat eben gelitten…

Heute haben wir nur ein Einkaufszentrum angesehen. Kulturell ansprechend kann man das wohl nicht nennen, aber so sieht es wenigstens nicht so aus, als hätten wir heute nichts gemacht ;-)

29
Jan
2009

Tag 11

am heutigen Tag ist nicht wirklich viel passiert.
Wir waren statt im Landkreisamt heute mal im STadtamt und haben uns dort ein Bild gemacht von der Arbeit und den neuen Errungenschaften.
Die Ideen sind sicher toll, aber mMn muss hier wirklich aufgepasst werden, dass das nicht wieder in die totale Kontrolle aller Menschen ausufert. Es nimmt schon Formen an, die mir als Büger nicht gefallen würden. Ich würde nicht wollen, dass nachvollzogen werden kann wann und ob ich Kino oder Theater besucht habe, da ich nur mit einer speziellen Ident-Card dorthin kann.

Es sollen EU-Gelder dafür verwendet werden.
Ich frage mich mal wieder warum für so einen Mist?
Es gibt hier sicher 2 Millionen andere Baustellen, die wichtiger wären.
So sind etwa die Hälfte der Menschen nicht an die Kanalisation angeschlossen.

Es zieht sich durch wie ein roter Faden und aus westlicher Sicht ergeben die blinden Ausgaben der EU-Gelder häufig keinen Sinn.

Seis drum.

In der letzten Woche werden wir Warschau für einen Tag besichtigen und wir hoffen, dass wir es schaffen am letzten Wochenende auf eigene Faust Breslau für 2 Tage zu besuchen.

28
Jan
2009

Tag 10

Die erste schlimme Nacht liegt hinter uns. Ind er Diso unter uns (die sonst immer gegen 0:00 Uhr schließt) fand gestern eine Party statt. Heute Mittag sahen wir, dass es sich um eine Beach-Party gehalten haben muss, denn es wurde Sand aus der Disco auf einen LKW geladen.
Nunja, von vorn.
Gestern abend rechneten wir also damit, dass die Musik wie immer gegen 0:00Uhr aufhört.
Es wurde 1:00Uhr und die Musik wurde lauter, statt zu enden.
Also versuchte ich zu schlafen. Daraus wurde aber irgendwie nichts.

Es war dann irgendwann 4:00Uhr, die Musik lief noch und ich muss kurz darauf eingeschlafen sein, aber nicht lange, denn um 7:00Uhr war ich schon wieder wach, weil der Wecker klingelte.
Und was war? Die Party war noch immer im Gange. Selbst um 9:00Uhr als wir das Hotel verließen donnerte unten noch die Musik.

Dafür war heute schon früh Schluss und ich konnte ein wenig schlafen.

Heute werde ich in beide Ohnre Oropax stopfen und mit meinem Kollegen ausmachen, dass er mich morgen weckt.

Aufdass die nächste Nacht besser wird.

Heute war ansonsten nur die große Sitzung, zu der wir in voller Hosenanzug-Montur aufschlagen mussten. Wozu weiß ich nicht, denn wir saßen in der letzten Reihe der Besucherbestuhlung, da hätte es auch ne Jeans getan.Aber hier ist das wohl so. Ein Titel und/oder feine Kleider bringen einen ganz weit nach vorne. Hat man beides nicht, ist man ein nichts.

Was mir noch aufgefallen ist.
Hier wird mit allem geheizt was man so findet. In den kleinen Dörfen außerhalb der Stadt war mir das ja klar. Ab dem Nachmittag liegt ein Geruch von Schwelbrand über den Dörfern und man kann den Qualm in den Augen spüren.
In der Stadt hätte ich das nicht erwartet, es ist aber ähnlich, es qualmt schwarz aus dem Schornsteinen und ein dicker Dunst liegt überall in der Luft. Weniger stark als in den Dörfern, aber doch ziemlich unangenehm.

27
Jan
2009

Tag 9

Schon 9 Tage sind um, das ist immerhin ein Drittel.
Den gesamten Tag haben wir heute im Amt verbracht und hatten den Luxus alle Websiten an unseren eigenen Laptops nutzen zu dürfen.
Die Mitarbeiter werden dabei ja überwacht.
Viel zu tun gab es nicht.
Aber es hat sich mal wieder gezeigt, dass hier tolle Sachen der Extraklasse angeschafft werden, die eigentlich unnötig sind und für deren Anschaffung auch sinnvollere Dinge hätten beschafft werden können.

Bei unseren Ratssitzung (85 Personen) wird per Handzeichen bzw Zettel/Karte hochhalten abgestimmt.
Hier hat man für 29 Personen ein elektronisches Stimmsystem angeschafft. Jeder Abgeordnete muss also nicht die Hand oder den Zettel hochheben, sondern einen Knopf drücken.
Ich sag da jetzt mal besser nichts zu...

Hund und Herrchen sind zu Hause wohlauf, sie hangeln sich so durch.

Das Frühstück beginnt mir auf den Zeiger zu gehen, da es jeden Tag das selbe gibt: Weißbrot, Wurst, Käse und in der Konsistenz inakzeptable Marmelade.
Das Abendessen ebenso, immer essen gehen, wir haben alle Lokae durch, nun beginnen wir die Speisekarten einfach abzuessen und das Essen dann zu teilen, damit man mal was neues bekommt.

Kuchen gibt es hier von lecker bis undefinierbar eklig. Besonders wenn es nur aus Sahne und Zucker besteht, kann ich nicht mal ein Anstandsstück essen.

Aber sehr lecker sind die Teigtaschen (ähnlich der Maultaschen) hier - mit Spinat oder Pilzcreme gefüllt.

Tag 8

war ja eigentlich schon gestern.
Aber es ist kaum etwas passiert.
Kollege G. hatte ein wenig Schnupfen und hat ganz schrecklich gelitten.
Dank eines Pillchens von mir ging es ihm heute aber schon besser.

Nunja, gestern haben wir ein anderes Amt, auf einer anderen Ebene besucht (sowas wie Landtag) und da Politik zwar interessant, aber nicht gerade mein Steckenpferd ist, werde ich mir jetzt nicht die Mühe machen das komplizierte und mMn kunfuse polnische System zu erklären.

In diesem Sinne...

25
Jan
2009

Tag 7

Die erste Woche ist um.
Heute war ein sehr fauler Tag. Wir haben nichts gemacht, außer zu frühstücken und im Bett liegen zu bleiben.
Nur einmal haben wir uns nach draußen begeben und das war um essen zu gehen.
So faul war ich schon seit Jahren nicht mehr.


Ein wenig gearbeitet haben wr auch, wir haben unseren Wochenbericht geschrieben, damit unser Arbeitgeber weiß was wir hier so machen.

Kollege G. fühlt sich nach dem gestrigen Abend nicht so gut und liegt noch immer unter der Decke, gequält von Kopfschmerzen und Übelkeit.
Naja, er wird es überleben und mein Mitleid hält sich da in Grenzen.

Morgen geht es dann mit unserem Programm weiter.

fast noch Tag 6

Kollegen unter den Tisch gesoffen – Tag erfolgreich hinter mich gebracht.
Warum Männer im jugendlichen Alter immer meinen, sie müssen uns Frauen etwas beweisen?
Es ist mir ein Rätsel.
Es scheitert schon an der Treppe vom Keller ins Erdgeschoss.

24
Jan
2009

Tag 6

hat gerade begonnen.
Heute geht es auf ein traditonelles Weihnachtskonzert (das ist hier so im Januar), denn die Weihnachtszeit dauert bis Fasching.

Heute abend/nacht dann auf eine Geburtstagsparty, das wird sicher lustig, denn der polnische Vodka soll ja prima sein.
Vorsichtshablber habe ich Frühstück für morgen auf 12h mittags aufs Zimmer geordert.

Was man hier gut kaufen kann, sind Stiefel.
Habe ich mich mit dem Trend aus kostengründen sehr schwer getan, da ich ein schwieriger Schuhkunde bin und ich unter 200€ in D-Land nich weggekommen bin, habe ich mir gestern tolle dunkelbraune Lederstiefen gekauft.
Gepasst, gefallen, gekauft.
Tja und das für rund 40€.

Tag 5

Tag 5 ist soeben zu Ende gegangen und es war wieder ein anstrengender Tag.

Es ist zwar so, dass wir nich in der Nacht anfangen, aber es ist sehr anstrengend von Termin zu Termin zu hechten und allem zu folgen, dabei ständig auf einen Dolmetscher angewiesen zu sein und alle erwarten, dass wir kluge Fragen stellen.
Dabei gibt es oft nicht viel zu fragen, denn was hier neu ist, haben wir zu Hause schon eine ganze Weile. Und wenn wir etwas nicht haben, kennen wir es.
Heute ging es in einen kleinen Vorort, wir wurden von Ratsmitgliedern und reichlich Süßkram empfangen. Alle erwarteten intelligente Fragen und wir haben satte 90min eine nach der anderen gestellt. Dabei sind wir so müde geworden, dass wir beim fleißigen Notizenmachen die Augen geschlossen und blind geschrieben haben, denn wir waren hundemüde.

Es ging dann gleich zum nächsten Termin – eine Grundschule. Sehr gut ausgestattet. Jeder Klassenraum mit Beamer, Mikroskope mit Kamera (so was kenne ich nur aus dem Studium) und diverses teures Zubehör.

So ein wenig „Unmut“ löste das schon aus, denn alles ist aus EU-Mitteln finanziert und wenn man sich bei uns Schulen ansieht finden man in einer Grundschule nicht in jedem Klassenraum einen Beamer.

Klar, es muss Unterstützung geben, aber warum statten wir unsere Schulen nicht besser aus, sondern regen uns über PISA Ergebnisse auf, während wir Material im Ausland in Massen zur Verfügung stellen?
Für die Kinder hier freut es mich natürlich, denn sie bekommen einen guten Start.
Tja, über Sinn und Unsinn von der Verwendung von EU Fördermitteln verliere ich jetzt besser mal nichts.

Der letzte Punkt für den heutigen Tag führte uns in ein privates Museum.
Es zeigt Mitbringsel und Situationen von Arkady Fiedler, einem Weltenbummler, der trotz russischer Besetzung reisen konnte, da er recht berühmt war.
Im Garten dieses Herren (nun leben seine Söhne dort) steht eine 1:1 Nachbildung der Santa Maria von Columbus und diverse andere Dinge.

Allgemeines über Fiedler

Infos auf Polnisch

22
Jan
2009

Tag 4

Heute ist schon der 4. Tag und es geht täglich schneller rum.
Hier kennt man Park & Ride noch nicht.
So dürfen die Busse und Bahnen von Stadt oder Gemeinde A nicht in die Nachbarstadt einfahren, bzw sie dürfen einfahren aber die Haltestellen nicht benutzen.
Was dazu führt, dass die Pendler, selbst wenn sie wollten nicht von außerhalb in die Arbeitsstadt kommen.
Die Lösung wäre erstmal einfach. Entweder zulassen, dass auch andere Busse und Bahnen einfahren dürfen oder Park & Ride Plätze einrichten.

Park & Ride ist nun das Zauberwort, dass man heute dankend angenommen hat.

Ansonsten tobt die Stadt, es ist MEsse und wahnsinnig viel los.
Es ist Schwung und Aufschwung in der Stadt, sehr aufregend, sehr mitreißend.
Da muss man einfach mit. Schlafmangel nicht ausgeschlossen....
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