15
Feb
2009

Die Heimreise

gestern war es endlich soweit.
Wir haben die wohlverdiente Heimreise angetreten.
Abby hat es ja noch fertiggebracht und sich am letzten Tag noch einen geleistet.
Sie tobte wohl zu hektisch durchs Unterholz und hat sich die Seite aufgerissen. Herrchen ist dann zum TA gefahren und hat das arme Tier flicken lassen. Das ging zum Glück ohne Narkose und die 8 Stiche waren schnell im Hund. Seit heute (3 Tage später) leidet das Abby-Tier nun doch ein wenig. Die Stelle ist blöd, verbinden kann man es nicht, so müssen wir immer zusehen, dass eine Wundauflage an den Hund geklebt wird. Das gefällt Madame aber noch viel weniger.

Die Heimfahrt verlief relativ problemlos. Es ist kaum vorstellbar, aber der Warschau-Berlin-Express war pünktlich und so hatten wir in Berlin satte 20 min zum Umsteigen.
Kollege "ich komme immer zu spät" musste dann in Berlin noch mal schnell wohin und konnte nicht die Zeit warten bis der Zug kommt. Gut, 20min sollten ja eigentlich reichen. Doch nach 18min war er noch nicht zurück, der Zug fuhr ein und ich wurde nervös. Stand ich da mit 3 großen Koffern (jeder über 25kg), 3 großen Trekkingrucksäcken und 3-mal Handgepäck. Ich hab ihn dann angerufen und war schon angesäuert, denn er hat sich dafür entschieden noch schnell was zu essen zu kaufen *Grrrrrrrrrrrrrrrrr*
Ich bin dann mit meinem Koffer und meinen beiden Rucksäcken eingestiegen und hab seine Sachen einfach mal stehen lassen. Da kam er auch schon angerannt und feuerte seine Klamotten in den ICE.
Wie ich sowas unstrukturiertes hasse. Immerhin hatten wir Zugbindung und hätten keinen anderen Zug nehmen können.

Jedenfalls sind wir gut angekommen, Männe hat mit einem riesigen Straß Blumen am Bahnhof gewartet und alles war wieder gut.

Kollege G. musste dann leider das Taxi nehmen, denn nach der Aktion (und das war schon das x-te Mal, dass ich in den letzten 4 Wochen was grade biegen musste, weil er nicht planen kann)wollte ich mir dann doch nicht die Mühe machen unser Auto umzubauen um sein Gepäck zu chauffieren. Er hatte immerhin 2 Koffer, einen großen Rucksack, einen kleinen Rucksack und das Technikzubehör, also Laptoptasche und Co. Warum? Er hatte schlecht gepackt und musste die Gepäckstücke, die bei mir ineinander steckten, einzeln nehmen. Am Bahnhof fiel ihm dann ein, dass er das alleine nicht tragen kann und immer zweimal gehen muss… Männer…

In den letzten 4 Wochen kamen wir insgesamt 3 Mal zu offiziellen Terminen zu spät, bzw. er kam zu spät und ich bin dann schon mal vorgefahren und habe für gute Stimmung gesorgt. Sowas darf auf Dienstreisen nicht passieren. Schon gar nicht, wenn von solchen Terminen Städtepartnerschaften abhängen…

Bei der nächsten Reise möchte ich einen anderen Kollegen mitnehmen. Einen pünktlichen, der sich nicht um 15h schon in sein Zimmer verbarrikadiert und mit dem man auch mal über andere Dinge reden kann als blonde Frauen…

Warschau

ist eine beeindruckende Stadt.
Unsere Stadtführerin hatte selbst schon STadtführungen mit Helmut Kohl und anderen wichtigen Personen. Demenstprechend aufheiternd waren ihre Anekdoten.

Viele Eindrücke konnten wir mitnehmen. Angefangen vom Hardrock Cafe über das Merriott Hotel in dem immer alle wichtigen Personen wohnen. Das Marie Curie Haus, das Chopin Haus und viele andere sehenswerte Stellen standen natürlich auch auf dem Programm.

Nach dem Krieg waren 85% der Stadt völlig zerstört und mussten abgerissen werden.
In den Nachkriegsjahren wurde alles wieder liebevoll restauriert. Man orientierte sich an alten Gemälden und Bauzeichnungen und stellte sie Stadt wieder genauso her, wie sie vor der Kriesgzeit aussah. Nur mit neueren Baumaterialien. So ist nicht zu erkennen was hinter den Fassaden schlummert. Die Fassaden lassen vermuten, dass ganz kleine Wohnungen dahinterliegen. Doch das ist eben nur die Fassade. Dahinter warten großzügige Wohnungen.
Würde man ein Foto von 1900 nehmen und eines von heute, würde man in den alten Teilen der Stadt kaum einen Unterschied erkennen. Evtl. die Schornsteine, die etwas größer sind als damals. Alles andere ist originalgetreu nachgebaut worden. Vom Krämerhaus bis zu den Palais.

Die Zugfahrt zurück war ebenso unbequem wie die Hinfahrt. Es dauert über 3 Stunden und die Züge sind sehr unbequem, laut und fahren unruhig. Die Schienen sind teilweise noch unverschweißt, sodass man über Lücken fährt. So fühlt sich die Fahrt auch an.
Man kann sich kaum unterhalten, geschweige denn lesen, denn dafür ist es zu laut. Mit Musik im Ohr und ein Buch zum lesen ist es aber auszuhalten.
Mein Kollege findet "Unterhaltungsliteratur" leider doof, sodass er keinen Krimi, keinen Thriller und auch sonst keinen Roman lesen würde. Er langweilt sich lieber. Seiner Meinung nach lernt man bei Romanen einfach nichts.

Auf der Rückfahrt mussten wir einen Wagon räumen, da es dort irgendein Kurzschluss gab. Also marschierten alle Menschen aud dem Wagon in die übrigen Teile des Zuges. Nicht sehr vertrauenserweckens.
Aber Zugfahren ist billig. Für unter 15€ fährt man quer durchs Land und das schon in einem "besseren" Zug.
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